Juden in Schweizer Hotels

Aus aller Welt, Eretz Schland, Fundgrube, Wowschwitz

Vor ein paar Tagen meldete die Times of Israel, dass ein Schweizer Hotel folgende Aufforderung explizit an Juden gerichtet hatte:

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(Quelle: Times of Israel)

Jetzt mal abgesehen von den Schreib- und Formatierungsfehlern, für die wir unsere Leute schon lange zur Sonderschicht in die Nachtschule auf den Prager Friedhof geschickt hätten: die Aufforderung an (orthodoxe) Juden und Jüdinnen, sich vor dem Baden zu duschen ist ungefähr so geschickt gemacht wie jenes thüringer Wellness-Hotel, welches am 9. November 2013 zu einer „langen romantischen Kristallnacht“ lud (hier). Zum deutschen gibt es jetzt also auch den schweizer Klassiker:Kristallnacht.jpg(Quelle: Spiegel)

Bürgerbegehren

Eretz Schland, Fundgrube, Wowschwitz

An schlechten Tagen scheint es einem ja, als wäre die Demokratie völlig umsonst eingeführt worden. Da gehen die Leute zur Wahl und wählen genau das Programm, was ihnen mit Sicherheit schadet. Glücklicherweise ist 2017 Luther-Jubiläum, von dem nicht religiöse Elektroschocks, sondern auch Impulse zur Wiederbelebung der direkten Demokratie hierzulande ausgehen. Denn seien wir doch mal ehrlich: Was wäre Wittenberg ohne Judensau? Die gehörte nämlich schon vor den Nazis zur deutschen Kultur! #Irgendwannmussauchmalgenugsein #diesaugehörtzudeutschland #lutheriscoolauchwennereinfrauenverachtenderrassistenantisemitwar

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(Quelle: anonym)

Er war nie wirklich weg!

Aus aller Welt, Wowschwitz

In einem Interview mit der ultrakonservativen Argentinischen Zeitung El Patriota hat der 128-jährige deutschstämmige Herman Guntherberg erklärt, sein Name sei eigentlich Adolf Hitler und er hätte die vergangenen 70 Jahre unter falschem Namen in Buenos Aires gelebt (hier). George Steiner hatte also doch recht (hier), Monty Python nicht:

Aber immer, wenn jemand die Wahrheit sagt, finden sich sofort Gegenstimmen, die versuchen, einem den Spaß zu verderben. Worldnewsdailyreport.com vermerkt:

Many people, including his wife of 55 years, Angela Martinez, believe that Herman Guntherberg isn’t really Adolf Hitler, but is simply suffering from dementia. […] She believes her husband may possibly have been a Nazi and that he may feel guilty about his past, but she’s convinced he’s not Hitler. (Link)

Regelmäßige Leser*innen dieses Blogs wird es nicht wundern, dass wir dem natürlich nicht zustimmen können. Denn wer wäre schon in der Lage, so jemanden wie Hitler 80 Jahre zu verstecken? Richtig, nur wir, die Weisen von Zion!

Sky Sharks – Nazis und Haie!

Fundgrube, Wowschwitz

Seit Sharknado feiert der Hai im Horrofilm fröhliche Einstände. Zur Erinnerung:

An Bord eines russischen Fischkutters werden tausende lebende Haie gebunkert. Durch einen Streit zwischen dem Kapitän und einem asiatischen Geschäftsmann gerät das Schiff außer Kontrolle und im Zuge eines Sturms wird die gesamte Besatzung von den Haien getötet. Der Sturm wandelt sich zu einem Tornado und trifft auf Los Angeles, wobei er die Haie und Unmengen von Salzwasser in die Stadt wirbelt. Zunächst gibt es nur wenige Opfer, aber der Surfer und Barbesitzer Fin ahnt eine Katastrophe. […] Nachdem die Gruppe auch Fins Sohn Matt aufgespürt hat, beschließt sie, die in den Tornados fliegenden Haie von einem Hubschrauber aus zu bombardieren. Dies gelingt, jedoch gerät der Hubschrauber ins Trudeln und stürzt ab. Fin zerstört den letzten Tornado mit einem eigens dafür gebauten Fahrzeug. Nova stürzt aus dem Hubschrauber und wird von einem besonders großen Hai verschluckt. Als zufällig derselbe Hai aus dem Tornado in Richtung Boden gewirbelt wird, springt Fin mit einer Motorsäge in dessen Bauch. Er schafft es, sich selbst und Nova mit der Motorsäge aus dem Inneren des Hais heraus zu befreien. (Quelle)

Pretty Awesome! Merke: Im Horrofilm sind Haie gut! Nazis aber auch. Und diese explosive Kombi macht sich jetzt ein neuer Film zunutze: Skysharks. Forscher entdecken ein Nazilabor unter dem Polareis, wo die Möglichkeit von Haien als mechanisierte Flugdinosaurier erkundet worden ist. Einige davon sind noch intakt. Einen vielversprechenden Trailer gibt es auch schon:

Das hat Potential, der ultimative Trash-Horrofilm zu werden! Wir sind schon gespannt wie Bolle und haben uns den 1. September rot im Kalender markiert.

Bild rettet für 24h die Meinungsfreiheit

Eretz Schland, Wowschwitz

Verkehrte Welt. Die Bildzeitung, die sich unserem Zugriff sonst immer entzieht, ist für 24 Stunden unter unserer Kontrolle! Um das zu feiern, zeigt die Bild heute die verbotene von Arte beauftragte Doku über Antisemitismus in Europa und der arabischen Welt (von Joachim Schröder und Sophie Hafner). Um die hatte es in den vergangenen Wochen ja zunehmend Streit gegeben. Auf der einen Seite die, die für ihre Freigabe kämpften, auf der anderen Seite jene, die die Doku über Antisemitismus für zu unbalanciert hielten – weil Ahmad Mansour vom Kuratorenteam zurückgetreten war (hahahaha). Darunter der Programmdirektor des Fernsehsenders selbst. Woher Bild diese Doku erhalten hat, ist leider nicht zu erfahren. Ein Zauberer verrät ja auch nicht seine besten Tricks. Viel Spaß damit! (HIER LANG)

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(Antisemitenkinder in Memri-TV, Foto: Arte)

 

Erdogan und die Juden

Aus aller Welt, Fundgrube, Wowschwitz

Also wir sind mal wieder bezirzt vom Präsidenten der Türkei, Recep Tayyip Erdogan. Mit seinen scharfen Adleraugen hat er wie kein anderer die eigentlichen Verantwortlichen hinter dem Putschversuch 2016, den Protesten im Gezi Park und jeder anderen oppositionellen Regung identifiziert. Denn hinter dem Bösen – Prediger Fethullah Gülen,  der dem Bürgermeister Ankaras zufolge mit Dschinns paktiert (hier) –  lauert immer ein noch böseres Böses – wir aka die Strippenziehe aka die Zinslobby aka das Weltjudentum aka die internationale Schriftstellerlobby (letzteres war uns neu!). Da die türkische Bevölkerung bestens informiert ist (die Protokoll der Weisen von Zion wie auch Mein Kampf erscheinen seit 2005 in hohen Auflagen, hier) bleibt diese Deutung nicht nur auf die paar Spinner und Aluhutträger beschränkt (#XavierNaidoo). So berichtete die TAZ gestern Folgendes:

Vielen im Westen ist entgangen, dass Erdoğan die Schuld am Putschversuch vom 15. Juli 2016 wiederholt einem angeblichen „Strippenzieher“ zugeschrieben hat. Laut Erdoğan „wird heute ein ganz hinterhältiges, ganz abscheuliches und mieses Spiel mit unserer Region und unserem Land getrieben. Was ich den Strippenzieher nenne, zeigt sich uns jeden Tag mit neuen Teufeleien und versucht, die Saat der Feindschaft und Zwietracht in unserer Region zu säen. Er versucht, die Zukunft unserer Region in Blut und Tränen, in Bürgerkrieg und Sezessionskriegen zu ertränken. Uns ist bewusst, dass es hier um einen Machtkampf geht.“

Erdoğan wirft dem „Strippenzieher“ vor, in Form einer angeblichen „Zinslobby“ die wirtschaftliche Entwicklung der Türkei zu hemmen; in der internationalen Presse, beispielsweise in der „jüdischen“ New York Times Lügen über die Türkei zu streuen, um ihn aus dem Amt zu jagen; Intellektuelle zur Türkeikritik aufzustacheln, so etwa die sogenannte „internationale Schriftstellerlobby“; Unruhe im Innern zu stiften, darunter die Gezi-Proteste von 2010; für Terroranschläge verantwortlich zu zeichnen, ob sie nun von linken, islamistischen oder kurdischen Guerillas verübt werden; und schließlich wirft er ihm auch den Juli-Putsch vor.

Wer sprach noch einmal von einem Antisemitismus nach Auschwitz? Hat irgendjemand je wirklich geglaubt, die Dinge seien nach der Vernichtung der europäischen Juden anders geworden?

Battle of guest book entries: Trump vs. Bieber

Aus aller Welt, Fundgrube, Wowschwitz

Auf seiner ersten Auslandsreise als US-Präsident machte Donald Trump am Dienstag einen Zwischenhalt in Yad Vashem. Seinen 45-minütigen Besuch der Gedenkstätte schloss Trump mit einem Eintrag ins Gästebuch ab. Darin schrieb er:

„IT IS A GREAT HONOR TO BE HERE WITH ALL OF MY FRIENDS – SO AMAZING + WILL NEVER FORGET!”

Trump befindet sich nun in direkter Konkurrenz mit Justin Bieber um den einfühlsamsten Gedenkstättengästebucheintrag. Als Bieber im April 2013 das Anne-Frank-Haus in Amsterdam besuchte, schrieb er:

„Truly inspiring to be able to come here. Anne was a great girl. Hopefully she would have been a belieber.“

Zur weiteren Lektüre empfehlen wir: „10 Things Donald Trump Thinks Are ‘So Amazing’ Aside From Yad Vashem“.