Er war nie wirklich weg!

Aus aller Welt, Wowschwitz

In einem Interview mit der ultrakonservativen Argentinischen Zeitung El Patriota hat der 128-jährige deutschstämmige Herman Guntherberg erklärt, sein Name sei eigentlich Adolf Hitler und er hätte die vergangenen 70 Jahre unter falschem Namen in Buenos Aires gelebt (hier). George Steiner hatte also doch recht (hier), Monty Python nicht:

Aber immer, wenn jemand die Wahrheit sagt, finden sich sofort Gegenstimmen, die versuchen, einem den Spaß zu verderben. Worldnewsdailyreport.com vermerkt:

Many people, including his wife of 55 years, Angela Martinez, believe that Herman Guntherberg isn’t really Adolf Hitler, but is simply suffering from dementia. […] She believes her husband may possibly have been a Nazi and that he may feel guilty about his past, but she’s convinced he’s not Hitler. (Link)

Regelmäßige Leser*innen dieses Blogs wird es nicht wundern, dass wir dem natürlich nicht zustimmen können. Denn wer wäre schon in der Lage, so jemanden wie Hitler 80 Jahre zu verstecken? Richtig, nur wir, die Weisen von Zion!

Gedichte an Böhmen (Zwetajewa)

Eretz Schland, Fundgrube, Märtyrer

GEDICHTE AN BÖHMEN 6

SIE NAHMEN
von Marina Zwetajewa

Die Tschechen traten auf die Deutschen zu und spuckten…
(Vgl. Märzzeitungen 1939)

Sie nahmen schnell und mit Großmannsmut:
Sie nahmen den Berg und was unter ihm ruht,
Sie nahmen die Kohle, sie nahmen den Stahl,
Sie nahmen das Blei, und sie nahmen Kristall.

Sie nahmen den Zucker, sie nahmen den Klee,
Sie nahmen die Ferne, sie nahmen die Näh,
Sie nahmen den Westen, sie nahmen den Nord,
Sie nahmen den Süden und Osten fort.

Sie nahmen den Honig, sie nahmen das Bad,
Sie nahmen das Heu, und sie nahmen den Grat,
Sie nahmen das irdische Eden, jedoch:
Sie nahmen kampflos den Kampf uns noch!

Sie nahmen Geschütz, und sie nahmen Geschoß,
Sie nahmen uns Erze und Freund und Genoss‘ –
Wir haben noch Spucke, und die ist für sie:
Uns ganz zu entwaffnen, das schaffen sie nie.

  1. Mai 1939

Deutsch von Karl Mickel, aus: Sternenflug und Apfelblüte. Russische Lyrik von 1917-1962. Berlin: Kultur und Fortschritt, 1962.

Die Lyrikzeitung vermerkt dazu: Die Dichterin Marina Zwetajewa, die die deutsche Sprache und Poesie liebte, schrieb dieses Gedicht nach der Einverleibung der Tschechoslowakei durch Deutschland. Am 18. Juni 1939 kehrt sie aus dem Exil in die Sowjetunion zurück. Die Schwester ist im Arbeitslager, am 27. August wird die Tochter, am 7. November der Mann Sergej Efron verhaftet. 1941 erhängt sie sich. Im gleichen Jahr wird ihr Mann erschossen.

via Lyrikzeitung

„ARE WE LIVING IN NAZI GERMANY?“ II – Trump greift die Weisen von Zion an

Aus aller Welt, Märtyrer, Wowschwitz

Bei seiner gestrigen Pressekonferenz wollte Donald Trump seinen „Nazi Germany“ Tweet nicht zurücknehmen. Er bekräftigte seine Aussage sogar noch:

“It was disgraceful — disgraceful that the intelligence agencies allowed any information that turned out to be so false and fake out,” […] “That’s something that Nazi Germany would have done and did do.”

Anschließend überging Trump in seiner Pressekonferenz die Anfrage eines CNN Journalisten in dem er CNN als „Fake News“ bezeichnete. Nach der Pressekonferenz schien Donald Trump in Hochform zu sein und so schickte er gestern um 23:14 Uhr den ersten gegen die Weisen von Zion gerichteten Tweet bei Twitter ab:

1_trump

Zum Hintergrund: Rabbiner Indigo hatte bereits mehrmals über Donald Trump geschrieben und exklusives Material über ihn veröffentlich (siehe hier, hier und hier). Das gestrige Aufgreifen von dem „Nazi Germany“ Tweet in unserem Blog muss jedoch bei Trump das Fass zum Überlaufen gebracht haben. Wahrscheinlich legte er deshalb nur 39 Minuten später noch mit folgendem Tweet nach:

2_trump

Über Trumps deutsche Wurzeln wurde schon an mehreren Stellen geschrieben. Dass der pfälzisch stämmige Trump jedoch deutschsprachige Blogs so aufmerksam verfolgt überraschte im ersten Moment. Jedoch deuten wir Trumps Tweets auch als eine Bestätigung unserer Reichweite und vor allem unseres politischen Einflusses. Wir werden uns jedenfalls nicht bei Trump, diesem leider relevanten Clown, entschuldigen.