„Moments in Times“ – Schindlers Liste wird verkauft!

Aus aller Welt, Fundgrube, Wowschwitz

Am Freitag liefen die Kommunikationskanäle in unserem Kontrollraum der DPA heiß.  Eine von Schindlers Listen wird für 2,4 Millionen Euro vom Aktionshaus „Moments in Times“ zum Verkauf angeboten (hier in der SZ). Es handelt sich laut „Moments in Times“ um die einzige von sieben Listen, welches sich derzeit in privatem Besitz befindet. Verkauft eure Krupp-Aktien, kündigt eure Spenden an die Welthungerhilfer – es ist Zeit, sich die Geschichte anzueignen.

Happy Purim!

Aus aller Welt, Familienalbum, Fundgrube, Oy!

In diesem Jahr findet Purim am 12. März statt. Für diejenigen, die das Fest nicht kennen: Purim ist die Geschichte vom Versuch, die Juden zu vernichten. Und zwar an einem Freitag, den 13. Ja! Und diesmal in Persien. Der Versuch ist aber nicht nur erfolglos, er führt sogar zu einem unerhörten Racheakt, an dessen Ende Haman und seiner Folgschaft mausetot ist. Wir können diesen Inglourious Teil der Erzählung natürlich nur gutheißen. Es gibt aber auch sonst alles, was so eine Geschichte braucht: eine schöne Frau, Esther, einen Großvater, Mordechaj, einen bösen, Haman, und einen etwas unbedarften aber liebevollen König, Ahasveros. Zur Aktualität dieser Geschichte verweisen wir einfach auf dieses instruktive Poetry Slam Video von Ari Lesser:

AUFRUF: Frühling in Berlin

Eretz Schland, Fundgrube

Seit letztem Wochenende ist es amtlich: Die Vögel zwitschern im Innenhof, die Wildgänse kehren zurück und die Sonne wärmt schon wieder etwas. Es wird wieder Frühling in Zentraleuropa. Letztes Jahr begleitete diese Jahreszeit eine Werbekampagne von H&M und DHM Berlin. Hier die tolle Collage:

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Foto: Privat

Wir sind gespannt, was dieses Frühjahr so bereit hält! Sollte Ihnen und Euch, geneigte Leser und Leserinnen, etwas auffallen, dann schick eine Mail an dieweisenvonzion@gmail.com. Wir freuen uns immer über Post!

Ist Deutschrap antisemitisch?

Eretz Schland, Verstehen

Gerade wütet ja eine Debatte über die Frage, ob und inwiefern Bezüge auf antijüdische Clichés im Rap antisemitisch sind (wie kürzlich bei der ARD). Bei der Diskussion werden natürlich alle möglichen Dinge in einen Topf geworfen, die wir Rabbis als alte Rapfans außeinander halten wollen. Denn wo kämen wir denn hin, wenn jede Verwendung antijüdischer Clichés schon an sich antisemitisch wäre? Zurück im Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (hier). Und was wären wir dann eigentlich als Weisen von Zion, dem feuchten Traum aller Antisemit*innen?

Wenn aber Fard & Snaga rappen „Das hier ist nicht Berlin, und du bist nicht bei der Fashion Week / Das hier ist junge Wut gegen Politik aus Tel Aviv“, dann ist das a) einfallslos, b) langweilig und c) problematisch, weil es das (jüdische) Hipster-Babylon Berlin gegen die junge Wut setzt. Da hat der Rapper Ben Salomo im ARD-Video sicher Recht, dass es sich um eine Art Populismus im Rap handelt.

Wenn der auf diesem Blog schon gefeaturte Rapper Haftbefehl dagegen den Track „Ihr Hurensöhne“ mit „Saudi Arabi Money Rich“ kombiniert und im Video dazu eine Yves Saint Laurent Burka mit einer Ming-Vase, Rinderhälften mit einem Lacoste Krokodil und Baseballschläger mit Dom Perignon verschüttenden, schläfenlockigen Juden mischt, dann ist das eine (selbst-)ironische Konfrontation mit Clichés, die mit dem Auge zwinkert: „Long Nights in Dubai, ich roll‘ im Maserati, Bitch // Halal Dinar, ich fick‘ dein Illuminaten-Trip“. Kurz: guter Rap in der Ära des Pops. Und weils so schön ist, hier noch mal das Video von Haftbefehl:

False Flag BDS

Eretz Schland, Verstehen

Vielleicht habt ihr euch schon gefragt, wie es sein kann, dass so eine Bewegungs wie BDS (Boycott, Divestment and Sanctions) ohne unsere Zustimmung überhaupt entstehen kann. Well, it can’t! Denn natürlich ist auch BDS nur eine weitere False Flag Aktion von uns, mit der wir Konfliktlinien imitieren und damit die Ungläubigen in Atem halten. So haben wir das auch mit der Russischen Revolution und dem Kapitalismus gemacht! Und bevor irgendjemand anderes uns zuvorkommt und Halbwahrheiten verbreitet, liefen wir jetzt auch gleich den Beweis dafür. Folgendes Foto hat Rabbiner Kreuzkümmel letzte Woche in einem Berliner Stadtteil aufgenommen. Schaut auf das Nummernschild, schaut auf den Wagen. Könnten ein paar arme Palästinenser oder friedensbewegte Deutsche sich so etwas leisten? Eben!

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Punching Nazis. Spielbar

Aus aller Welt, Fundgrube, Wowschwitz

Das Thema lässt die Netzcommunity einfach nicht in Ruhe! Gestern wurden uns auf verschlungenen Pfaden der Link zu einem tumblr zugespielt, der sich ausschließlich Material zu Punching Nazis zusammenträgt. Es finden sich einige Perlen des Actionuniversums, aber auch Ausschnitte aus Filmen und Comics, aber auch dieses Spiel in Nintendo-Optik:

..oder diese reizende Sequenz aus dem 2009-Computerspiel „The Saboteur“:

Checkt es aus, es lohnt sich: https://punchingnazis.tumblr.com/

Die Juden sind an allem schuld

Eretz Schland, Familienalbum, Fundgrube, Klassiker

Zeit für einen Klassiker aus dem Jahr 1931.Der Refrain des von Friedrich Hollaender geschriebenen Liedes „Die Juden sind an allem schuld“ lautet:

An allem sind die Juden schuld!
Die Juden sind an allem schuld!
Wieso, warum sind sie dran schuld?
Kind, das verstehst du nicht, sie sind dran schuld.
Und Sie mich auch! Sie sind dran schuld!
Die Juden sind, sie sind und sind dran schuld!
Und glaubst du’s nicht, sind sie dran schuld,
an allem, allem sind die Juden schuld!
Ach so!

Böse Zungen behaupten ja, dass das Lied satirisch gemeint ist. Der Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens bewies schon damals Ironielosigkeit und protestierte gegen den Chanson, den er als „widerlich und abstoßend“ und „Schulbeispiel einer Verkennung und Verzerrung […], wie sie die antisemitische Agitation nicht anders darstellen würde“ bezeichnete. Dem können wir uns nicht anschließen und bemängeln stattdessen die ungenaue Bezeichnung, die vielleicht der schweren Singbarkeit der korrekten Strophe geschuldet ist. Die müsste nämlich lauten: die Weisen von Zion sind an allem schuld!

Deutsche ärgern

Aus aller Welt, Eretz Schland

Was tun wir nicht alles, um die Deutschen zu ärgern. Wir nehmen ihre Sprache und machen daraus Jiddisch, wir unterwandern den Kulturbetrieb, wir steuern die Presse und wir machen den Deutschen ein schlechtes Gewissen. Aber wir verstehen nicht den lautesten Wink mit dem sportlichen Zaunpfahl, nicht 2006, nicht 1972, nicht 1936. Vielleicht, weil wir Juden so sprichwörtlich unsportlich sind, sind wir auf eine Idee noch gar nicht gekommen – und dafür sind wir der United States Tennis Association (USTA) dankbar! Anlässlich des gestrigen Federations Cup in Hawai hatten sich die deutschen Sportlerinnen nämlich zum Absingen der deutschen Nationalhymne aufgestellt, aber die USTA hatte den Text irgendwie falsch gegoogelt:

Ulrich Klaus, Präsident des Deutschen Tennis Bundes, äußerte sich folgendermaßen:

„Unseren amerikanischen Gastgebern ist bei der Fed Cup Eröffnungsfeier in Hawaii am Samstag ein Fehler unterlaufen, der normalerweise nicht passieren darf. Die Tatsache, dass im Jahr 2017 eine falsche Hymne gespielt wird, die man mit viel Grausamkeit aus der lange zurückliegenden Vergangenheit assoziiert, war für die Spielerinnen, die Betreuer, die anwesenden Funktionäre sowie die deutschen Fans gleichermaßen verstörend wie schockierend“ (QUELLE)

Deutsche beim Ausleben ihres positiven Nationalismus beim Sport zu ärgern ist so ziemlich das beste, was einem einfallen könnte. Unterdessen hat sich die USTA offiziell entschuldigt. Wir wissen natürlich, dass es sich dabei nur um eine Formalie handelt und bedanken uns für den guten Witz!