Schweine & Bannzauber

Eretz Schland

Prof. Thomas Macho (HU Berlin) ist ja ein Kämpfer für die Anerkennung des Schweins als deutsches Kulturgut in all seiner Ambivalenz (hier zum Standartwerk). Wir können uns aus nachvollziehbaren Gründen nicht anschließen, respektieren aber den Versuch der Re-Etablierung eines ewig geschundenen Tieres und tragen Folgendes dazu bei:

…noch immer schockiert von der Tatsache, dass Zigaretten Schweineblut enthalten sollen, haben wir uns daher zu einem drastischen Gegenzauber entschlossen:

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Alles wieder gut. Wir können weiterrauchen!

Neue Serie: Große Verdienste um unser Schland

Eretz Schland, Wowschwitz
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So oder so ähnlich sah auch Wagenführs aus. Quelle: Wikimedia

Heute möchten wir mit einer neuen Serie beginnen. Wir wollen Ihnen ausgewählte Persönlichkeiten vorstellen, die sich um die Bundesrepublik Deutschland verdient gemacht haben und für diese Leistungen mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurden. Leider sind jedoch einige Bundesverdienstkreuzträger*innen über die Jahre in Vergessenheit geraten. Daran wollen wir etwas ändern.

Wer erinnert sich besipielsweise noch an Rolf Karl Willy Wagenführ? Wir wollen es hiermit tun!

Lesen Sie bitte den Wikipedia-Artikel über seine spannende Lebensgeschichte.
Rolf Karl Willy – ein deutscher Statisker, der sich durch nichts und niemanden vom (Menschen) Zählen abhalten ließ:

Rolf Karl Willy Wagenführ (* 5. November 1905 in Langewiesen; † 15. April 1975 in Heidelberg) war ein deutscher Statistiker.

Respect BDS!

Eretz Schland, Verstehen

Bei unserer Lieblingsorganisation BDS (Boycott, Divestment, Sanctions) ist ja ganz schön was los zur Zeit. Einige von Euch werden es mitbekommen haben: Besonders in Oldenburg fliegt – seit der Veröffentlichung (und anschließenden Schredderung) eines Artikels des BDS-Aktivisten Christoph Glanz in einer Zeitschrift der GEW –  das Konfetti. In seinem Artikel hatte Glanz nicht nur auf die „ethnische Säuberung“  Palästinas durch Israel hingewiesen, sondern auch beschrieben, wie „Israelfreunde“ eine BDS-Veranstaltung in Oldenburg zu Fall gebracht haben. Ferner unterminiere ein „diffuses Netz von Akteuren“ derzeit die Meinungsfreiheit in Oldenburg. Der in der Sache völlig korrekte Hinweis auf unseren Einfluss auf die Meinungsfreiheit endete mit einer Kontaktadresse des BDS und der Ermutigung, sich zu melden (eine solche Fremdwerbung der Konkurrenz können wir hier leider nicht verlinken, Anm. d. Rabbinats).

Damit hat Christoph Glanz es nicht nur geschafft, in der Zeitschrift der GEW Werbung für BDS zu machen, sondern auch diejenigen, die sich BDS in den Weg stellen, als Teil unseres antidemokratischen Netzwerks hinzustellen. Wir sind begeistert, wie er es schafft den oldeburger Kampf für ein besseres Palästina mit lokalem Elitenbashing zu verbinden. Denn: Wer wäre nicht gern Teil von BDS angesichts dieser Verhältnisse? Wer würde nicht den Einsatz wagen gegen die verborgenen Mächte, die die Meinungsfreiheit in Oldenburg einschränken? Wen interessiert da noch, ob wir all diese Leute überhaupt in unseren Reihen aufnehmen würden (würden wir nicht!)! Und wen interessiert eigentlich, wer hier wen wann und wo ethnisch säubert oder mit dem Leben bedroht (hat)? Denn es geht um nichts weniger als die Demokratie und die Rettung der Menschenrechte!

Entschuldigt die Emotion. Wahre Größe trifft man nicht oft dieser Tage und Christoph Glanz glänzt in einer Situation, in der die Leute so vernebelt sind wie das diesjährige Herbstwetter. Den Glauben an uns haben die Massen ja niemals verloren, aber BDS und solch engagierte Menschen wie Christoph Glanz sorgen für seine Aktualisierung. Der Veröffentlichung von Glanz‘ Artikel folgte übrigens – man ahnt es schon – das übliche Gedöns von Protestbriefen und –stellungnahmen, alarmistischen Artikeln in der Presse, eine Online-Petition im Netz zur Unterstützung von Glanz und vieles mehr. Die GEW z.B. veröffentlichte bisher ganze 3 (!) Stellungnahmen, wobei sie sich merkwürdigerweise erst in der letzten dazu durchringen konnte, Glanz deutlich ihre Unterstützung auszusprechen.

Letzteres können wir nur unterstützen, hoffen wir doch, dass es in Zukunft wieder mehr Lehrer_innen geben wird, die Kindern und Jugendlichen den Glauben an unsere Kontrolle über die Demokratie und die öffentliche Meinung vermitteln. Wir freuen uns auf weitere Stellungnahmen der GEW (nicht umsonst: „die Bildungsgewerkschaft“), vielleicht bekommen wir das Dutzend voll! Wenn wir uns da etwas wünschen dürfen: bitte immer wieder den Rekurs auf BDS und das „diffuse[..] Netz von Akteuren“, welche die Meinung in Deutschland kontrolliert. (Übrigens: Nicht nur in Deutschland, aber dazu ein anderes Mal mehr.) Ehre, wem Ehre gebührt! Deshalb sei an dieser Stelle auch noch einmal unmissverständlich gesagt: BDS fördert wie keine andere Organisation zur Zeit den Glauben an uns, die Weisen von Zion. Dafür sagen wir: Respect, BDS!

Kippot zu Bauarbeiterhelmen

Ökumene, Eretz Schland, Märtyrer

Unten ein Veranstaltungstipp in München von unseren Freund_innen der christlich-jüdischen Zusammenarbeit. Lobenswert: dass die Kolleg_innen auf die körperliche Unversehrheit insbesondere von Männern und verheirateten Frauen bedacht sind.

„Führung auf dem alten jüdischen Friedhof“

6. November 2016, um 14:00 mit Frau Presser

Eröffnet 1816, mit überwiegend klassizistischen Grabdenkmälern des 19. U. 20. Jahrhunderts. Anmeldung erforderlich, da begrenzte Teilnehmerzahl, über GcjZ: Tel. 59 47 20 oder info@gcjz-m.de

Herren sowie verheiratete Frauen sind gebeten, eine Kopfbedeckung während des Besuchs zu tragen. Das Betreten der Friedhofsanlage erfolgt auf eigene Gefahr aufgrund erforderlicher Sanierungsarbeiten.

Märtyrer: Florian Gleibs

Eretz Schland, Märtyrer

Heute erinnern wir an Florian Gleibs, Gründer des münchner Szenelokals Schmock (Jiddisch für „Idiot“ oder „Schwanz“, hier) und verantwortlich für die wohl beste Restaurantwerbung seit dem öffentliche Versprechen der Nazis, jüdische Restaurants zu meiden. (Vielleicht war der Boykott auch nur eine von unseren Geheimstrategien, um den Umsatz bei linken Deutschen zu steigern). Folgend unser Lieblingsposter von 2006:

deutsche-esst-bei-juden
(Quelle: SZ, 17.5.10)

Die Reaktion der jüdischen Gemeinde München zeichnete sich durch ihre (erwartbare) programmatische Humorlosigkeit aus: „Wie kann man so einen Slogan, der das Zusammenleben pervertiert hat, heute derart auf die Spitze treiben?“ (TAZ, 12.1.06). Wir würden sagen: indem man es einfach macht und dann gemeinsam drüber lacht (z.B. Tucholsky 1932 im Gedicht „Europa“: „Deutsche, kauft deutsche Zitronen“, hier).

Natürlich kann es einen Schmock nicht ohne Altneu-Nazis geben. Seit diesem Jahr hat Florian Gleibs keine Lust mehr darauf und verkündete jüngst die Schließung seines Restaurants (Vice, 30.09.16). In den selben Räumlichkeiten soll nun die laotische „Vu Tang Kitchen“ eröffnen. Ob der Wechsel von Israel nach Laos als interner Witz oder lakonische Spiegelung israelischen Eskapismus gemeint ist, es bleibt ein herber Verlust für alle Liebhaber jüdischer Humorigkeit.

Zugleich hat sich Gleibs mit der Aktion allerdings für den ersten Beitrag der Kategorie „Märtyrer“ qualifiziert. Die Redaktion wünscht alles Gute und viel Erfolg!